Einen eigenen Erfahrungsbericht erstellen.

Horn. Weltreise.

Angelika Grabher-Hollenstein
Der Schaffner zieht mit Blick auf mein Ticket die Augenbrauen hoch: „Horn? Da sieht man ja schon den Stacheldraht! Was wollen Sie denn da?“ „Schreiben“, sage ich. Er schaut komisch. Die Regionalbahn, in die ich fast sieben Stunden später umsteige, brummt wie ein alter Lkw und zuckelt im Regen durch die Landschaft. Im Kamp wogt Flussgras wie braunes Mädchenhaar. Es gibt Marillenbäume, rammelnde Feldhasen und noch mehr Regen – und viel Zeit darüber nachzudenken, warum ich das Langsame so schlecht ertrage. Nach zwei Stunden hält der Zug in der Endstation. Horn also endlich. Ich ziehe meinen Koffer über den nassen Asphalt. Beim Lagerhaus blockieren Getreidekörner die Rollen. Ein Friseur wirbt mit „American Blondes“, hat aber Urlaub. Vor einem Gasthof warnt eine Tafel: „Gulasch vom Chef persönlich zubereitet“. Ich frage mich zum Kunsthaus durch und wo ich hier gelandet bin.
In den Arkaden dort twittern seltsame Vögel, manche rauchen. Das Zimmer ist klösterlich still, es regnet noch immer. Schreibwetter. Wir treffen einander beim Essen, danach im Piaristensaal, wo wir im Vierkant sitzen. Einen Stock tiefer lernen Asylwerber Deutsch, darüber wir. Gustav Ernst hat viele Fragen, viele Hausaufgaben und viel Humor. Wir lernen, dass Schreiben hartes Handwerk, Übung und Planung ist, dass alle Schreibenden zweifeln, kämpfen und murksen, die Anfänger wie die Könner. Dass nur tägliches Schreiben hilft und Kaffee, Grüner Veltliner vielleicht. Wir sind mutig und schreiben Szenen voller Konflikte, Dialoge und Höhepunkte. Ich freue mich täglich auf die Texte der anderen, die Figuren sind Teilnehmer wie wir. Gustav Ernst sagt Dinge, die ich mir in mein Notizbuch schreibe und dick unterstreiche. Der Zeitplan ist straff, die Woche hat trotzdem etwas Zeitloses. Ich verlaufe mich spätabends am Heimweg ins Kunsthaus und muss die Wegbeschreibung der Seminarkollegin zu Hilfe nehmen, auf der eine Linie zwischen Vierecken zum X führt: „Wein hier“. Ein bisschen so ist auch Gustav Ernsts Workshop – eine Planskizze einer unbekannten Welt, die man sich selber ausdenken muss, durch die man selber einen Weg finden muss, den man dann selber gehen muss. Gut, wenn da wer ein Stückchen mitgeht.
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Gustav Ernst - Die unmittelbare Frische des Dialogs

Mona Egger-Grabher

Ich bin mit gemischten Gefühlen und einigen Fragen nach Horn gefahren.
Kann man auf Knopfdruck kreativ sein?
Bekommt man die richtigen Impulse zum Schreiben?
Wie werden die anderen Kursteilnehmer "drauf" sein?
Werde ich mit meiner banal Art des Erzählen bestehen können.

Ich wurde positive überrascht.
Gustav Ernst hat uns sehr gut durch den Kurs geführt und die richtigen Übungen vorgegeben und Impulse gesetzt. Er hat uns ausreichend Freiheiten gegeben, so dass jeder sein Weg gehen konnte: Seinem eigenen Stil treu bleiben konnte, aber auch ermutigt wurde Anregungen anzunehmen und sich auszuprobieren.
Das Klima vor Ort war sehr angenehm. Die Kollegen offen und ihre Texte bereichernd. Jeder auf seine Art ein Juwel. Ich habe gerne zugehört und viel mitgenommen.
Ich bin von Horn weggefahren mit konkreten Ideen im Kopf und einem bestärkten Herz für eigene Projekte. Ich hätte das tatsächlich nicht gedacht, aber ich bin immer noch ganz erfüllt von den Tagen.
Ja das klingt fast zu schön. Es ist aber auch nur eine subjektive Erfahrung.

Einziger Wermutstropfen – keine Zimmer direkt frei im Kunsthaus.

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Essay-Workshop bei Franz Schuh

manfred bruckner
Schon bei der Heimfahrt mit einer Teilnehmenden vom Kurs überlegte ich, wie ich diese Erfahrung am besten in Worte fassen könnte... geworden ist es ein Blogbeitrag, der sich an Franz Schuhs Roman "Sämtliche Leidenschaften" versucht und diese Lektüreerfahrung mit dem beim Workshop Erlebten verknüpft:

Unlängst in Horn im Waldviertel erzählte Franz Schuh im Rahmen eines Essay-Workshops, an dem ich das Vergnügen hatte teilzunehmen, den Witz vom Schriftstellerkongress, wo allein schon auf Grund der Verhaltensweisen der Anwesenden auf ihre bevorzugte literarische Gattung zu schließen ist: Die der Lyrik Verbundenen durch ihre ins Extremistische gehende Zurückhaltung, die Romanciers dadurch, dass nicht nur ihre Gestik eine weit ausholende ist - und die Essayisten schließlich, die - wenn sie das Wort ergreifen - nicht bereit sind, es wieder loszulassen.

Und jetzt stellen Sie sich vor, ein Essayist beschließt einen Roman zu schreiben.

http://manfredbruckner.blogspot.co.at/2016/06/franz-schuh-samtliche-leidenschaften.html
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Werkstatt mit Dagmar Leupold, 2015

Peter Rumpler

In klösterlicher Klausur kam kaum Kummer auf. Die Zellen groß genug für Teilung nicht nur spiritueller Nahrung. Die Runde der Schreiberlinge gut durchmischt, so dass die Rückmeldungen auf das selbst Geschriebene bunt und hilfreich waren. 

Erstaunlich, wie viele Stunden es oft brauchte die einfachen Vorgaben von Dagmar in eine halbe Seite zu bringen, so dass wir selbst zufrieden waren. Schreiben ist hartes Handwerk, aber sehr befriedigend. 

Überraschend auch, wie andere den anderen Zugang zum Thema fanden. Die Abende in Horn, das Wetter war schön, klangen noch spät nach Grüner Veltliner. 

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Dagmar Leupold "Ins Schwarze treffen"

Karin Macke

Die Schreibwerkstatt mit Dagmar habe ich extrem genossen. Sie ist nicht nur eine besonders kompetente und erfahrene Lehrerin, sondern auch eine begeisterte Literaturvermittlerin. Es hat mir sehr gut gefallen, dass wir sowohl Texte aus der Literatur als auch unsere eigenen detailliert analysiert haben. Dadurch habe ich sehr viel gelernt. Bemerkenswert fand ich, dass Dagmar es geschafft hat, die heterogene Gruppe so gut zu führen und zu motivieren. Wir hatten auch genügend Schreibzeit und Feedback-Zeit. Sollte Dagmar je wieder eine Klasse anbieten, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

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Franz Schuh Essay

Karin Macke

Mich hat die Werkstatt bei Franz Schuh sehr beeindruckt. Franz hat uns an seinen großartigen Denkbewegungen teilhaben lassen und (über) viele sehr wichtige Themen gesprochen/reflektiert. Die Anmerkungen, die er zu meinem kleinen Textentwurf gemacht hat, fand ich sehr anregend. Einziges Manko: zu wenig Schreibzeit. Ich würde jederzeit wieder an einer Werkstatt von Franz Schuh teilnehmen.

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Schreibwerkstatt

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Danke und Gruß von der Schreibwerkstatt.

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