Das titelgebende Zitat stammt von dem polnischen Schriftsteller Witold Gombrowicz, der ein sehr eindrucksvolles Tagebuch über seine argentinischen Jahre im unfreiwilligen Exil und die Rückkehr nach Polen – nach dem Krieg – verfasst hat. Wir wollen die gelegentlich durchaus heikle Form der Selbstauskunft – mal banal, mal genial - ins Zentrum der Werkstatt stellen. Dabei betrachten wir die (fingierten oder echten) Tagebucheinträge als Keimzellen eines literarischen Textes, an den sich dieselben Fragen richten wie an das intime Notat: Spricht man so zu sich, als hörten / läsen es andere? Wieviel Reflexion, wie viele Stoßseufzer, wieviel Traum, wieviel Wirklichkeit und wieviel (sprachlich-formale) Gestaltung gehören hinein?
Anhand kurzer Tagebuchauszüge gestandener Autoren werden wir zu Beginn unseren Blick schärfen und schulen; im Zentrum der gemeinsamen Arbeit und der Diskussionen stehen freilich die Texte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
[Ersatztermin für die Frühjahrswerkstätten: 15. - 18. September 2022]